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Lohnt sich Photovoltaik ab 2027 noch?

Ja, in vielen Fällen, aber anders als bisher. Wer ab 2027 baut, wählt besser eine kleinere Anlage und nimmt eher einen Speicher dazu. Ein voll belegtes Dach ohne Speicher rechnet sich dann kaum noch.

Die kurze Antwort

Neue Anlagen ab dem 1. Januar 2027 sollen keine feste Vergütung mehr für eingespeisten Strom bekommen. Dann spart vor allem der Strom Geld, den Sie selbst verbrauchen. In unserem Beispiel ist eine Anlage mit 4 kWp und 5 kWh Speicher nach etwa 9 Jahren bezahlt. Ein voll belegtes Dach mit 10 kWp ohne Speicher braucht dafür 24 Jahre.

Was sich 2027 ändert

Die Bundesregierung hat am 29. Juli 2026 einen Entwurf für das EEG 2027 beschlossen. Danach bekommen Anlagen, die ab dem 1. Januar 2027 in Betrieb gehen, keine feste Einspeisevergütung mehr. Der Bundestag berät noch darüber, Einzelheiten können sich ändern. Diese Seite gibt den Stand vom 9.10.2026 wieder.

Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gilt die heutige Vergütung: 7,7 ct pro kWh für eingespeisten Strom, 20 Jahre lang.

Was das für die Rechnung heißt

Eine PV-Anlage spart auf zwei Wegen Geld. Strom, den Sie selbst verbrauchen, müssen Sie nicht für etwa 0,37 € pro kWh beim Versorger kaufen. Strom, den Sie ins Netz einspeisen, wurde bisher mit einem festen Satz vergütet. Fällt dieser zweite Teil weg, zählt fast nur noch der Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die Sie nicht selbst nutzen, bringt dann wenig.

Wir rechnen für Anlagen ab 2027 vorsichtig: Eingespeister Strom bringt in den ersten 20 Jahren nichts. Ob kleine Anlagen über einen Direktvermarkter oder eine spätere Regel doch etwas bekommen, ist offen. Jeder Cent, den es dafür gibt, verbessert die Rechnung.

Ein Rechenbeispiel

Ein freistehendes Einfamilienhaus in Dresden, Süddach mit 30 Grad Neigung, 4.000 kWh Stromverbrauch im Jahr, übliche Preise für Anlage und Speicher. Gerechnet mit demselben Modell wie der Rechner auf dieser Website.

Rechenbeispiel: dasselbe Haus bei Inbetriebnahme 2026 und 2027
AnlageBezahlt nachGewinn über 25 Jahre
Inbetriebnahme 2026
Empfehlung ohne Speicher4 bis 8 kWp9,2 Jahren6.600 €
Empfehlung mit Speicher7 kWp + 7 kWh9,4 Jahren10.500 €
Volles Dach, ohne Speicher10 kWp11,1 Jahren6.100 €
Inbetriebnahme 2027
Empfehlung ohne Speicher2 bis 2,5 kWp8,5 Jahren4.000 €
Empfehlung mit Speicher4 kWp + 5 kWh9,2 Jahren7.600 €
Volles Dach, ohne Speicher10 kWp24,3 Jahren−3.900 €

Am deutlichsten wird es beim voll belegten Dach:

2026 · 11,1 J.
2027 · 24,3 J.
Jahre, bis sich die Anlage bezahlt macht

Die sinnvolle Größe sinkt: ohne Speicher von 4 bis 8 kWp auf 2 bis 2,5 kWp, mit Speicher von 5,5 bis 8 kWp auf 3 bis 4,5 kWp. Wer das ganze Dach belegt, speist viel Strom ein, der ab 2027 nichts mehr bringt.

Was daraus folgt

  • Kleiner planen: Richten Sie die Anlage an Ihrem Verbrauch aus, nicht an der Dachfläche.
  • Speicher mitdenken: Er verschiebt Sonnenstrom in den Abend und erhöht den Anteil, den Sie selbst nutzen.
  • Verbrauch in den Tag legen: Wärmepumpe, E-Auto, Wasch- und Spülmaschine laufen am besten, wenn die Sonne scheint.
  • Nachfragen: Bekommen Sie für 2027 ein volles Dach angeboten, fragen Sie, wie viel des Stroms Sie davon selbst verbrauchen.

Noch 2026 in Betrieb nehmen?

Wer noch 2026 in Betrieb geht, bekommt die bisherige Vergütung und kann größer bauen. Zwischen Auftrag und Inbetriebnahme vergehen meist zwei bis vier Monate. Ob das bis Jahresende reicht, hängt vom Installateur und vom Netzbetreiber ab. Eine überstürzte Entscheidung lohnt sich trotzdem nicht: Auch ab 2027 rechnet sich eine passend große Anlage.

Ihr eigenes Haus rechnen

Der Rechner berücksichtigt das geplante Jahr der Inbetriebnahme. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Im Ergebnis sehen Sie, ob das Jahr bei Ihrem Haus einen Unterschied macht.

Danach folgen zwei Fragen zu Dach und Verbrauch.

Quellen und Stand